August 20, 2010, 2:50 pm : Todesstrafe in der Schweiz?
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Laut der NZZ hat ein Initiativkomitee vor einem Monat eine Volksinitiative mit dem Titel “Todesstrafe bei Mord mit sexuellem Missbrauch” bei der Bundeskanzlei eingereicht für die formelle Vorprüfung und laut der NZZ, ist diese positiv ausgefallen und die Unterschriftensammlung kann demnächst beginnen.
Was fordert die Initiative? Rechtskräftig verurteilte Täter die eine Person im Zusammenhang mit einem Sexualdelikt getötet haben, sollen mit der Todesstrafe bestraft werden und somit 3 Monate nach dem endgültigen Urteil hingerichtet werden.
Es gibt genug Seiten im Internet, die sich mit der Todesstrafe befassen und ich glaube kaum, dass ich erwähnen muss, dass es immer wieder passiert, dass Unschuldige verurteilt werden, ich muss wohl kaum auf die Kostenfrage hinweisen und ich denke darauf hinweisen, dass die Todesstrafe laut der Europäischen Menschenrechtskonvention verboten ist, muss ich auch nicht.
Abschreckend soll sie wirken, aber dies ist auch nicht bewiesen, viele Studien zeigen sogar, dass dem nicht so ist (natürlich gibt es auch mehrere Studien die zeigen, dass dem so ist) und dementsprechend ist die abschreckende Wirkung umstritten.
Aber jetzt möchte ich mal als Schweizer Bürgerin, die sich in letzter Zeit vermehrt fragen musste, was zum Teufel geht hier vor.. einfach in die Runde rufen: Was zum Teufel geht hier vor?
Rückschritte, nichts als Rückschritte. Religionsfreiheit ist nicht mehr gewährt, die freie Meinung wird glaub’s knapp noch gewahrt, bin aber auch da teilweise am zweifeln und jetzt sollen wir noch blatanter gegen die Menschenrechte verstossen?
Ist es wirklich unser Ziel von einer freien Demokratie zurück zu einem Staat der mit Angst und Schrecken herrscht und es gut heisst, dass Menschen (MENSCHEN) hingerichtet werden?
Sind wir wirklich wieder beim Alten Testament gelandet, welches postuliert, dass ich mir das Auge meines Feindes holen darf, wenn der mir vorher mein Auge entwendet hat? Ich dachte mit der Zeit kommt Zivilisation und mit der Zivilisation verschwinden die Barbaren die à la Sandkasten zurück schlagen, mit voller Wucht, wenn sie getroffen wurden?
Nein, natürlich bin ich nicht dafür, die andere Wange hinzuheben. (Die andere Wange hinheben ist genauso dämlich wie Auge um Auge.) Aber… mehr Gefängnisse, strengere Gesetze, strengere Strafen, bessere Infrastruktur, weniger Freiheiten, bessere Verwahrung, all dies wird unterstützt aber sicher nicht töten.
Und auch wenn es die Todesstrafe gibt und diese vom Staat rechtlich durchgesetzt wird, es ändert nichts an der Tatsache, dass dies immer noch ‘töten’ ist.
Eine Person welche eine andere umgebracht hat, egal unter welchen Umständen gehört bestraft. Aber diese Person nun auch umzubringen ist genauso verwerflich wie die erste Tat, denn genau genommen wird das genau gleiche gemacht, wie bei der ersten Tat. Ein Mensch wird getötet.
Tolkien hat einen sehr schönen Satz in seinem ‘Herr Der Ringe’. “Viele, die leben, verdienen den Tod. Und manche, die sterben, verdienen das Leben. Kannst du es ihnen geben?” Niemand kann einer toten Person das Leben wieder geben, egal wie sehr sie es verdient, warum also sollten wir das Recht haben einem Menschen das Leben weg zu nehmen?
Bringt mir ein anständiges Strafmass bei dem ein Sexualverbrechen, egal ob mit oder ohne Mord aufs gröbste bestraft wird, von mir aus mit Brot, Karotten und Milch für den Rest des Lebens, ich unterschreibe sofort (sofern die ganze Initiative/Strafmass/Regelung Sinn macht natürlich).
Denke ich Menschen die ein Sexualverbrechen begangen haben verdienen den Tod? Natürlich. Viele Sexualverbrechen, egal ob das Opfer stirbt oder nicht sind so abscheulich, dass der Mensch der sie begangen hat, den Tod verdienen würde, auch in meinen Augen. Aber ich bin der Meinung, wir haben nicht das Recht diesen Menschen zu töten.
Niemand hat dieses Recht. Und in einem Land in dem so etwas praktiziert wird, kann und will ich nicht leben.
Also: Was zum Teufel soll das?
Tags: Initiative, Menschenrecht, NZZ, Schweiz, Sexualmord, Sexualverbrechen, TodesstrafeAugust 19, 2010, 11:55 pm : Fail
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August 9, 2010, 9:31 pm : Brot kann brennen!
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Was man so alles lernt wenn man die Sicherheitshinweise der neuen Mikrowelle bei der Arbeit liest.
Tags: MikrowelleAugust 4, 2010, 3:57 pm : Blue Fire (Europapark)
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Rollercoaster Bliss!
August 2, 2010, 3:07 pm : Schlagzeilen á la Loveparade
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Ein kontroverser Beitrag ist immer gefährlich für den E-Mail Posteingang der dann überflutet wird.
Deswegen habe ich mir vorgenommen noch ein bisschen zu warten aber jetzt muss ich meine Gedanken auch mal endlich los werden.
Katastrophen sind grausam, vor allem für die Angehörigen, die es nämlich nicht interessiert ob ihr geliebter Mensch Opfer eines Unfalls wurde mit 7 Toten oder ob nur er alleine gestorben ist.
Aber alleine sterben macht selten Schlagzeilen. Schlagzeilen machen Dinge wie ein Beben in Haiti, der Kollaps von Hochhäusern oder aber eine Massenpanik an einer Loveparade in Duisburg.
Klar verschlägt es auch mir erstmal die Sprache und klar spüre auch ich einen Moment des Mitgefühls. Aber die Schlagzeilen der Boulevard Presse am nächsten Tag lösen bei mir Brechreiz aus.
Je nach Anzahl der Toten sind mehr oder weniger Tage mit Schlagzeilen versorgt. Dramen, zerbrochene Familien, Einzelschicksale alles wird da serviert.
Dabei müsste die Hauptschlagzeile jeden Tag die gleiche sein:
Gestern 24’000 Kinder gestorben.
Das ist ein Kind all 4 Sekunden. 16 Kinder die Minute.
9 Millionen Kinder pro Jahr. Oder ein Beben wie in Haiti all 10 Tage.
Warum interessiert das niemanden?
Warum ist das nicht mal eine kleine Randnotiz unten links auf Seite 4 wert?
Sind wir so abgestumpft, dass nur die unerwarteten Dramen, die plötzlich auf uns stürzen wichtig sind?
Ist das, was täglich passiert nicht mehr dramatisch? Oder realisieren wir es einfach nicht mehr?
Denn auch heute sterben 24’000 Kinder. Und Morgen übrigens auch.
Tags: Duisburg, Loveparade, Loveparade 2010, Schlagzeilen

